Die Vereinigte Protestantische Kirche in Belgien besteht aus Pfarrern und ehrenamtlichen Laien (mit oder ohne theologische Ausbildung).
Von dem Moment an, in dem sie sich in der VPK engagieren, stellen sie sich mit ihrem ganzen Wesen in den Dienst Gottes innerhalb einer Gemeinde und leiten diese mit den Früchten des Geistes.
Es ist eine besondere Aufgabe, die sie über viele Jahre hinweg erfüllen müssen, und das ist nicht immer einfach. Warum?
Die erste Feststellung ist die eines überwiegend einseitigen Verkehrs: Der Pfarrer – der Laienverantwortliche – sorgt für die Gemeindemitglieder wie ein Hirte für seine Herde.
„Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben für seine Schafe.
“ Joh. 10,11
Dadurch werden die Gemeindeleiter von ihren Gemeindemitgliedern manchmal in verschiedenen Bereichen als allwissend angesehen.
Dennoch sind sie nicht unfehlbar. Diese Diener sind ganz normale Menschen mit ihren Stärken und Schwächen, die Gottes Berufung gefolgt sind.
Sie streben danach, mit der Liebe Christi zu dienen.
Die zweite Feststellung ist, dass sie sich einsam und hilflos fühlen können oder das Gefühl haben können, dass ihnen Fachwissen und/oder Erfahrung fehlen. Einige von ihnen werden von ihrem Kirchenvorstand oder ihrer Gemeinde nicht ausreichend unterstützt.
Die dritte Feststellung betrifft ihre Führungsposition in der Gemeinde. Diese Position ist energieaufwendig, anstrengend und kann ein Gefühl der Einsamkeit hervorrufen, was von manchen Pastoren als Leidensweg empfunden wird.
Wer von Leidensweg spricht, impliziert den Bedarf an einem Therapeuten und einer Behandlung.
Was tun sie derzeit?
– Für manche ist das Gebet die einzige Lösung.
– Für andere bietet ein Mentor Hilfe.
Doch dies sind nur kurzfristige Lösungen. Sie bieten keine dauerhafte Linderung.
Wo können sie Hilfe, Unterstützung und nachhaltige Beratung finden? Wie können wir sie wirklich begleiten und ihr Gefühl der Einsamkeit durchbrechen?
Die erste Idee, die zur Diskussion gestellt wird, ist die Schaffung eines Ortes des Austauschs, an dem man sich unter Kollegen ohne Vorurteile und vertraulich zuhört.
Diese regelmäßigen Treffen sind unverzichtbar, damit sie ihre Berufung langfristig mit Zuversicht weiterführen können.
Diese Momente müssen freiwillig sein, erfordern aber ein regelmäßiges Engagement, um wirksam zu sein.
Eine zusätzliche Idee wäre, ein Sabbatical für die Seelsorger in Betracht zu ziehen. Diese begleitete Auszeit würde es ihnen ermöglichen, neue Kraft zu tanken, und Entmutigung sowie Burn-out vorbeugen.
Es gibt noch weitere Denkansätze, doch alle erfordern spirituelle, materielle und psychologische Unterstützung durch die VPKB. Aber reicht das aus?
Nein. Was die pädagogische Unterstützung betrifft, ist eine ständige Fortbildung für alle ebenfalls unverzichtbar, um mit Gott und der Kirche verbunden zu bleiben.
Die Organisation der ständigen Fortbildung der Pfarrer muss jährlich für jede Sprachgruppe an einem zentralen Ort (z. B. im Haus des Protestantismus) stattfinden.
Führungskräfte, die keine Theologen sind, müssen unbedingt eine Grundausbildung über die Struktur der Kirche, die Verwaltungsführung, die Verfassung und die Kirchenordnung erhalten. Denn guter Wille, kirchliche Erfahrung und Verfügbarkeit reichen nicht aus.
Es bedarf des Fachwissens, damit sie ihre Aufgaben in den verschiedenen Entscheidungsgremien der Kirche gut wahrnehmen können.
Marlier Martine
